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Was Meditation wirklich im Gehirn verändert

6 Min. LesezeitHeiko Schwaninger

Zwischen Esoterik und Hype: Was die Forschung über Achtsamkeit tatsächlich zeigt – vom ruhigeren Alarmzentrum bis zum abschweifenden Geist. Ehrlich eingeordnet.

Kaum ein Thema wird so überhöht wie Meditation – und kaum eines so schnell belächelt. Beides wird der Sache nicht gerecht. Lohnender ist die nüchterne Frage: Was lässt sich tatsächlich messen, wenn Menschen regelmäßig Achtsamkeit üben?

Der abschweifende Geist

Zwei Harvard-Forscher, Killingsworth und Gilbert, befragten 2010 über 2.000 Menschen mitten im Alltag. Ergebnis: In rund 47 Prozent der Wachzeit war ihr Geist nicht bei dem, was sie gerade taten. Er wanderte – und in diesen Momenten waren die Menschen im Schnitt unglücklicher. Nicht die Tätigkeit entschied über das Wohlbefinden, sondern das Abschweifen selbst. Genau hier setzt Achtsamkeit an: Sie trainiert, immer wieder zurückzukehren.

Was sich im Gehirn zeigt

2011 untersuchte ein Team um Britta Hölzel Menschen vor und nach einem achtwöchigen Achtsamkeitsprogramm (MBSR, entwickelt von Jon Kabat-Zinn). Danach zeigte sich mehr graue Substanz im Hippocampus, der für Lernen und Gedächtnis wichtig ist – und Hinweise auf eine weniger reaktive Amygdala, das Alarmzentrum. Das passt zum Alltagseindruck vieler Übender: nicht weniger Gefühle, aber weniger Mitgerissenwerden.

Achtsamkeit macht dich nicht gefühllos. Sie vergrößert den Abstand zwischen Reiz und Reaktion.

Die nötige Vorsicht

Ehrlich bleiben heißt auch: Viele dieser Hirnstudien haben kleine Stichproben, und nicht jeder spektakuläre Befund hält jeder Wiederholung stand. Meditation ist kein Wundermittel und ersetzt bei ernsten Beschwerden keine Behandlung. Als tägliche Übung für einen klareren, weniger getriebenen Kopf ist ihr Nutzen aber gut belegt.

Du brauchst dafür keine Stunde auf dem Kissen. Drei Minuten Atemfokus am Tag genügen, um anzufangen. Die konkrete Anleitung findest du in den Praxis-Übungen im Mitgliederbereich.

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